Nach der bitteren Heimniederlage am vergangenen Montag gegen Gießen (68:83), möchten die EPG Baskets am Samstag in Göttingen den Weg zurück in die Erfolgsspur finden. Nach nur 66 Punkten gegen Wolmirstedt und den 68 Zählern gegen die 46ers zum Wochenstart, sieht Point Guard Chase Johnson einige Probleme, an denen im Training zu arbeiten sind: „Wir müssen in der Offensive geduldiger sein, den Ball besser laufen lassen und im Flow bleiben.“, so der ehemalige Boston Eagle, der sehr zuversichtlich ist, dass es im Angriff schon bald wieder besser laufen wird.
„In den ersten Spielen haben wir gescort, wie wir wollten. Wir haben uns gute Looks erarbeitet und genau das konnte man auch in der ersten Halbzeit gegen Gießen von uns sehen. Wir haben die Würfe einfach nur nicht getroffen. Manchmal ist das so, aber es wird auch wieder anders werden.“
In der Tat nahmen die Baskets 27 Dreier gegen die Hessen – trafen allerdings lediglich vier. Auch Johnson glaubt fest daran, wieder sicherer von der Linie zu werden: „Ich habe keine Angst zu werfen und wenn ich frei bin, nehme ich den Wurf. Ich tue alles, um zu gewinnen und wenn mein Wurf nicht fällt, dann gehe ich zum Korb oder kreiere Chancen für andere.“
Tatsächlich werden Johnsons Fähigkeiten als Spielgestalter auch gegen Göttingen wieder zentral sein. Nach jeweils fünf Turnovern in den ersten beiden Saisonspielen überzeugte der Spitzenverteidiger mit insgesamt nur drei Ballverlusten in den vergangenen vier Spielen.
Unterstützung auf der Guard Position erhält Johnson seit dieser Woche von Neuzugang Frankie Collins. Der 24-jährige überzeugte prompt mit 12 Punkten und war zusammen mit Chase Johnson Topscorer auf Koblenzer Seite. Nach dem Spiel stellte Collins sicher, dass er, obwohl er erst seit einer Woche dabei ist, die EPG Baskets als klares Play-Off Team sieht. Johnson, der sechs der letzten acht Punkte gegen Gießen erzielte, betont ebenso kämpferisch: „Das war nicht für die Stats. Wir geben niemals auf und spielen bis zum Ende weiter.“
Die auf dem zehnten Tabellenplatz stehenden Koblenzer haben derzeit drei Niederlagen bei drei Siegen vorzuweisen. Mit einem Sieg gegen Göttingen könnten man wieder auf eine positive Bilanz stellen und zurück in die obere Tabellenhälfte rutschen.
Die Gastgeber mussten bereits vier Niederlagen hinnehmen und stehen damit auf dem 13. Tabellenplatz der ProA. Allerdings konnten sie zwei der letzten drei Partien gewinnen (93:100 in Bochum und 95:74 gegen Nürnberg). Gegen den klaren Aufstiegskandidaten aus Heidelberg verloren sie nur sehr knapp auswärts mit 80:76.
Besonders von der Dreierlinie zeigten sich die Göttinger stark verbessert und trafen an den letzten drei Spieltagen 34 von 84 Versuchen (40,9%). Ebenso schoss die Zweierquote in dieser Zeit nach oben (von 54,8% auf 65,2%). Auch die Turnover gingen deutlich zurück (von 14,7 auf 9,0).
Das Gesicht dieser Entwicklung ist Big Man Omar Pajic: Erzielte er noch zum Saisonstart 6 Punkte im Schnitt, so überzeugte der Center in den vergangenen drei Partien mit durchschnittlich 17,3 Punkten. Zudem steuert der 2,05 m große gebürtige Bosnier durchschnittlich 7,7 Rebounds in dieser Saison bei. Unterstützt wird er unter anderem von dem athletischen Small Forward Zach Jackson (13,8 Punkte), Neuzugang Tai Bibbs (10,7 Punkte, bei einer Dreierquote von 47,6%) sowie Aufbauspieler Daniel Kirchner (9,3 Punkte, 4.5 Assists). Der 29-jährige dürfte in Koblenz noch bestens aus der Vorsaison bekannt sein. Am ersten Spieltag glänze er beim Sieg seiner Göttinger in Koblenz (80:98) mit zwölf Punkten, sieben Assists und drei Steals. Im Rückspiel blieben die Schängel ebenso chancenlos und verloren am 30. Spieltag deutlich mit 60:90.
Wenn die EPG Baskets am Samstag versuchen ihren ersten Sieg gegen die Niedersachsen einzufahren, müssen sie dabei auf Power Forward Jannis Sonnefeld verzichten. Der 24-jährige erlitt im Spiel gegen Gießen eine Ausrenkung der Kniescheibe. Ihm geht es den Umständen entsprechend gut und er ist sehr froh darüber, dass keine weiteren Bänder beschädigt wurden und er keine OP benötigt. Leider wird Jannis dem Team aber mehrere Wochen fehlen.
„Das ist natürlich bitter. Wir sind auf den Positionen 4 und 5 aber weiterhin ausreichend besetzt. Mit Jonas Niedermanner, Ferenc Gille, Camaron Tongue und Alexander Möller haben wir vier Spieler für diese Positionen. Drei von diesen vier Spielern sind auf beiden Positionen einsetzbar. Sie werden es auffangen. Der Kader wird somit nicht angepasst, da ich fest davon überzeugt bin, dass das vorhandene Personal dafür mehr als ausreicht und Jannis in drei Monaten zurückkehren wird. Eine Anpassung benötigen wir definitiv nicht, wir brauchen Ruhe und Konstanz.“, analysiert Coach Dohrn die Lage. Für die Offensive erwartet Dohrn von seiner Mannschaft ein signifikant schnelleres Spiel und mehr Selbstbewusstsein im Abschluss.
Auf der anderen Seite muss das Team von Head Coach Martins Gulbis um Zac Watson bangen. Aufgrund einer Oberschenkelverletzung fehlte der Power Forward zuletzt schon gegen Heidelberg.
Damit sich die Baskets gegen die „Veilchen“ nicht erneut ein selbiges abholen, kommt es vor allem darauf an, ob sie die anfällige Defense der Gastgeber so bestrafen können, wie es die Gegner bisher getan haben (83,3 gegnerische Punkte pro Spiel). Göttingen wiederum wird mit dem neuen Trainerteam zeigen wollen, dass man inzwischen eine Linie gefunden hat und konstante Leistungen abrufen kann. „Wir dürfen nicht in Panik verfallen. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen und wir wissen was wir können.“, betont Chase Johnson.



