168 Tage mussten die Anhänger beider Vereine darauf warten, dass es wieder losgeht. Nach der Sommerpause geht es nun am kommenden Sonntag um 17 Uhr in der EPG Arena im Duell gegen Medikamente per Klick Bayreuth endlich wieder um Punkte.
Nach einer starken Vorbereitung, in der die Baskets fünf Siege einfahren konnten (gegen Mulhouse, Artland, Bochum, Gießen und zuletzt eindrucksvoll gegen Karlsruhe), bei nur zwei Niederlagen (gegen Essen und Leverkusen), zieht Head-Coach Stephan Dohrn ein positives Fazit: „Die Pre-Season ist soweit produktiv und lehrreich verlaufen. Es macht Spaß, mit den Jungs zu arbeiten, alle ziehen gut mit.“ Wer die Mannschaft in der Vorbereitung erlebt hat, der konnte deutlich wahrnehmen, dass neben dem positiven Vibe, den die Mannschaft ausstrahlt, vor allem eines spürbar ist: Dieses Team möchte zusammen spielen.
Head-Coach Dohrn bestätigt, dass das Team im Vergleich zur letzten Saison deutlich schneller lernt und in einem höheren Tempo Fortschritte erzielt. Man darf sich also freuen, endlich in den echten Wettbewerb einzusteigen.
Die Vorbereitung in Bayreuth wirkt im Vergleich weniger erfreulich. Nach einem Sieg zum Auftakt in die Pre-Season gegen Coburg (Pro B), folgten fünf teils sehr hohe Niederlagen, wie beim 56:108 gegen den MBC oder das 65:90 gegen Wolmirstedt. Headcoach Vincent van Sliedregt, der den Übergangstrainer Lukas Hofer beerbt hatte (Hofer übernahm von Florian Wedell im Dezember 2025), konnte dabei zu keinem Zeitpunkt auf seine gesamte Mannschaft zurückgreifen und die Vorbereitungszeit dementsprechend nicht optimal nutzen. Immerhin konnte das Team um Topscorer Joshua Bonga (20 Punkte) im letzten Vorbereitungsspiel gegen die Orange Academy mit 91-83 einen Sieg für das Selbstvertrauen einfahren. Die Vorbereitungszeit dürfte für den verletzungsgeplagten Zehnten der letztjährigen Saison entsprechend schwierig gewesen sein. Dabei hätte es das Team mit seinen acht Neuzugängen durchaus benötigt, möglichst viel Spielpraxis und gemeinsame Trainingszeit zu sammeln.
Besonders gespannt darf man auf Guard Matt Frierson sein, der mit Coach van Sliedregt vom LWD Basket Leeuwarden kam, wo er in der niederländischen BNXT League im Schnitt 13.7 Punkte erzielte und als echter Spielentscheider gilt. Gemeinsam mit Power Forward Taje‘ Kelly hat Bayreuth zwei Spieler im Kader, die jederzeit heiß laufen und das Spiel alleine gewinnen können. Kelly erzielte in seinem letzten College Jahr für die Charleston Southern University 20.5 Punkte und 8.9 Rebounds während Frierson 41.5% 3er bei 287 Versuchen traf. Koblenz trifft also am kommenden Sonntag auf ein explosives Duo, das höchstwahrscheinlich in der kommenden Saison für Aufmerksamkeit sorgen wird. Hinzu kommen Collin Metcalf (University of Maryland), der in Koblenz geborene Joshua Bonga sowie Simon Hildebrandt, der gemeinsam mit dem Koblenzer Neuzugang Mason Kraus in Winnipeg die kanadische Championship gewann.
Bayreuth ist somit ein extrem gefährlicher Gegner, gegen den man defensiv sehr genau sein muss, so Coach Dohrn.
Am 33. Spieltag der vergangenen Saison verlor Koblenz zuhause mit 75:89 und die Gäste konnten sich für das Offensiv-Feuerwerk revanchieren, welches ihnen die Baskets am zweiten Spieltag beschert hatten. 107:89 siegten die Schängel damals souverän in Bayreuth, angeführt von Calvin Wishart, Tim Smith und DJ Jeffries, die gemeinsam 63 Punkte erzielten. Am 13.04.2024 gewann Koblenz zuhause deutlich mit 93-63 gegen die Wagnerstädter, die anderen vier Begegnungen, die man in der Pro A gegeneinander spielte, gingen an Bayreuth.
Ob der nach wie vor angeschlagene Koblenzer Kapitän Badu Buck aktiv dazu beitragen kann, diese Bilanz aufzubessern, ist äußerst fraglich und auch David Gaspers wird durch eine Bänderverletzung über mehrere Wochen ausfallen. Besonders gespannt dürfen die Koblenzer Fans auf die Neuzugänge in den Farben grün-weiß sein: Die US-Amerikaner Tyren Moore, Chase Johnson, Jason Williams und Camaron Tongue, der Kanadier Mason Kraus, der rumänische Nationalspieler Dragos Diculescu, sowie der ProA erfahrene Ferenc Gille komplettieren die EPG Baskets Koblenz in dieser 4. ProA Saison und konnten bei den Testspielen bereits eindrucksvoll demonstrieren, warum sie in Koblenz verpflichtet wurden.



