Nach dem geglückten Saisonstart gegen Bayreuth (109:90) bleibt nicht viel Zeit, um den frühen zweiten Tabellenplatz zu genießen. Nach dem souveränen Sieg gegen Bayreuth geht es nun am Doppelspieltag gegen zwei Gegner, mit denen man aufgrund der letzten Saison noch eine Rechnung offen hat.
Zunächst geht es am Freitag für die EPG Baskets auf die Reise nach Nürnberg, wo sie um 19:00 Uhr auf die Falcons treffen. Die Oberfranken gingen ebenfalls siegreich aus dem ersten Spieltag heraus und konnten bei ihrem 83:79 Auswärtssieg den Karlsruhe Lions deutlich aufzeigen, dass die junge Truppe um den erfahrenen Neuzugang Dominik van Waaden keine leichten Würfe zulässt.
Die Löwen bissen sich die Zähne an den Falken aus und konnten am Ende, trotz 20 Turnover der Nürnberger, aufgrund schwacher Quoten von 41.7% aus dem Feld und 17.4% von der Dreierlinie (4/23), nicht siegen.
Topscorer der Falcons waren die drei US-Amerikaner Nate Heise (17 Punkte), Xavier Bell (15) und Ty Allred (14), die einen Großteil der Punkte erzielten. Ein 8-2 Run mit zwei Dreiern durch Xavier Bell Mitte des dritten Viertels besiegelte den Auswärtssieg.
Bells Scoring Qualitäten bewies er schon am College in Wichita State (14.9 Punkte/Spiel) sowie in der Saison 2025/26 bei Kavkasia Tbilisi, in der 1. Liga Georgiens, wo er im Schnitt 14.1 Punkte, 5 Rebounds und 3.3 Assists beisteuerte.
Zusammen mit Power Forward Ty Allred (18.3 Punkte, 7.1 Rebounds und 42% 3er am College von Colorado Mesa) und Big Man Kollege Drew Stover (17.8 Punkte, 7.5 Rebounds, 1.8 Blocks an der Millersville University) ist der Point Guard das Gesicht einer neuformierten, aggressiv spielenden Nürnberger Mannschaft. „Mit Ruhe und Klarheit“, so Coach Dohrn, „möchten wir den Nürnbergern entgegentreten.“
An die derbe Klatsche aus dem Rückspiel der vergangenen Saison im Frankenland (115:67) denke man nicht mehr, so der Coach weiter. Zumal es im Hinspiel ein positives Ergebnis gab: Einen Tag nach Nikolaus konnte man erstmals gegen die Falcons in der ProA gewinnen (1:5 Gesamtbilanz). Zudem haben sich beide Mannschaften seitdem personell stark verändert. Koblenz startet mit sieben Neuzugängen in die Saison, der Tabellenneunte vom Vorjahr sogar mit neun neuen Spielern, zu denen unter anderem auch Nic Welp gehört. Der Sohn von Basketball Legende Christian Welp kam vor der Saison aus Crailsheim und demonstrierte zum Saisonauftakt bereits mit zehn Punkten und sechs Rebounds seine Klasse.
Nürnberg, die eine eher ungewöhnliche Vorbereitung mit Spielen in China absolvierten, konnten in der Pre-Season, ebenso wie Koblenz, gegen Bayreuth gewinnen (84:73). An der Seitenlinie beerbt mit Tim Black der BBL Topscorer von 2008 Ex-Coach Ralph Junge, der sich seinen Aufgaben als Geschäftsführer widmen wird.
Coach Dohrn wird aller Voraussicht nach fast aus dem vollen Schöpfen können. Zwar wird David Gaspers dem Team aufgrund einer Knieverletzung weiterhin fehlen, allerdings konnte Kapitän Badu Buck die Spielbelastung problemlos wegstecken. Jannis Sonnefeld hatte gegen Bayreuth einen Schlag eingesteckt, wird aber den ersten Doppelspieltag der Saison bestreiten können.
Schon zwei Tage später wird gegen Artland – in der pinkgefärbten EPG Arena – bereits zum 3. Spieltag geladen. In dieser besonders aufmerksamkeiterregenden Farbe soll an diesem Mottospieltag auf die Gefahren von Brustkrebs hingewiesen werden.
Coach Dohrn weiß um die Stärken der Dragons, die die Baskets 2025 in Koblenz eindrucksvoll mit 113:83 besiegt hatten. Besonders unter den Körben hatte man mit 25 zu 47 Rebounds deutlich das Nachsehen.
MVP Ben Burnham und ProA Topscorer Amir Hinton (20.2 Punkte) laufen nicht mehr für die Quakenbrücker auf, jedoch konnte sich der einstige BBL Klub hochkarätig verstärken:
Mit Jonathan Klussmann (18.8 Punkte für Paderborn) holten sie einen Spieler, der in Koblenz bestens bekannt ist. In der letzten Saison gewann er zweimal gegen die Schängel und legte dabei 23.5 Punkte, 4.5 Assists und 44.4% 3er auf.
Neben dem dänischen Guard fand mit Naz Bohannon ein weiterer großer Name seinen Weg in die Drachenhöhle. Nach Stationen in Hagen und zuletzt in Jena geht der 103 Kilo schwere Power Forward nun wieder in der ProA auf Punktejagd. Neben Allrounder Buzz Anthony, der bei der 87:91 Auftaktniederlage gegen Gießen mit 18 Punkten, 6 Assists, 7 Rebounds und 3/6 Dreiern glänzte, bleiben dem fünftplatzierten aus dem Vorjahr unter anderem wertvolle Spieler wie Dominik Dolic und Elijah Endi erhalten. Der Mix aus jungen talentierten Spielern und erfahrenen ProA Spielern macht Artland auch in diesem Jahr zu einem extrem gefährlichen Team.
„In der Umsetzung unseres offensiven wie defensiven Systems wollen wir viel Ruhe und Klarheit haben“, verlangt der Coach und erwartet dahingehend noch einmal eine Steigerung zum ersten Saisonspiel.
Die Gesamtbilanz gegen die Dragons steht bei 3:3 und auch wenn das Team von Headcoach Hendrik Gruhn an die erfolgreichste ProA Saison der Vereinsgeschichte anknüpfen möchte, die EPG Baskets erwarten ihre Gegner mit reichlich Selbstbewusstsein.
Eine Woche, drei Spiele – die Pro A Saison hat soeben erst begonnen und schon sind die EPG Baskets Koblenz wieder mittendrin.



