Nach dem furiosen Auftaktsieg in der EPG Arena am vergangenen Sonntag gegen Bayreuth, mussten sich die Männer von Coach Stephan Dohrn in der Nürnberger Kia Metropol Arena den Falken geschlagen geben. Koblenz führte nur in den ersten Sekunden kurz, lief dann jedoch, trotz streckenweise gutem Basketball, über die gesamte Spielzeit einer Führung der Nürnberger hinterher.
Den Grundstein dafür legten die Oberfranken bereits nach wenigen gespielten Minuten im ersten Viertel. Trotz Unsicherheiten auf beiden Seiten zu Beginn, gelang es Nürnberg schnell mit 17:6 davon zu ziehen. Coach Stephan Dohrn, der unzufrieden mit der Defensivleistung seiner Mannschaft war, nahm eine erste Auszeit, um seine Spieler wieder in Spur zu bringen. Dies zeigte kurz Wirkung, denn es gelang den Gästen auf 17:11 zu verkürzen, doch war dies nicht von langer Dauer. Nürnberg gestaltete das Spiel weiterhin extrem schnell und zog Koblenz mit 30:16 davon. Die Koblenzer Defensive war im ersten Viertel deutlich zu schwach, gepaart mit einer zu ineffektiven Offensive, die im ersten Viertel lediglich 16 Punkte zu Stande brachte. Die Dominanz der Oberfranken zeigte sich besonders in der Wurfausbeute aus dem Feld: 82% der Gastgeber standen mageren 38% der Koblenzer gegenüber. Zusätzlich erlaubten sich die Baskets sechs Turnover, die Nürnberg zu bestrafen wusste.
Den Fehlstart machten die EPG Baskets gleich nach der Viertelpause wieder gut. Die Falcons spielten in den ersten Minuten des zweiten Viertel plötzlich so gut wie keine Rolle mehr, Koblenz hingegen arbeitete sich peu à peu durch kluges Mannschaftsspiel wieder heran. Als der Vorsprung auf zehn Punkte geschrumpft war, nahm der Nürnberger Coach Tim Black eine Auszeit, um den Flow der Koblenzer zu brechen – vergeblich: Tyren Moore und Chase Johnson gingen binnen weniger Sekunden Coast to Coast und Camaron Tongue war unter dem gegnerischen Korb kaum mehr zu halten. Plötzlich stand es 34:30 und die Partie war wieder völlig offen. Die Hälfte des zweiten Viertels war gespielt und Nürnberg hatte lediglich vier Punkte erzielt. Dem standen 14 Koblenzer Punkte gegenüber. Wenige Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit beging Chase Johnson, der das Spiel mehr und mehr für Koblenz in die Hand genommen hatte, sein drittes und viertes persönliches Foul, was nicht spielentscheidend war, Koblenz jedoch in dieser wichtigen Phase nachhaltig schwächen sollte.
Zur Halbzeit trennte man sich beim Spielstand von 48:41.
Mason Kraus startete als Playmaker für den foulbelasteten Chase Johnson in die 2. Halbzeit und eröffnete gleich spektakulär mit einer schönen Offensivaktion zum 48:43. Wieder waren es jedoch Unzulänglichkeiten in der Defensive, die Dohrn zu einer frühen Auszeit veranlassten. Dies sollte Früchte tragen, denn nur wenige Minuten später kamen die Schängel noch einmal auf einen Punkt heran, beim Spielstand von 56:55. Zwei schnelle Dreier der Nürnberger Heise und Bell unterbrachen das Koblenzer Momentum jedoch jäh. Es folgte eine Serie von Koblenzer Fehlwürfen, die es den Gastgebern erlaubten, am Ende des dritten Viertels wieder auf neun Punkte davon zu ziehen (66:57).
Auch wenn sich Koblenz aus dem Feld deutlich steigern und Ende des dritten Viertels sogar eine bessere Quote als Nürnberg vorweisen konnte, dominierte Nürnberg deutlich von der Dreipunktelinie. Beide Teams versenkten insgesamt sieben Dreier, allerdings benötigte Koblenz dafür fast doppelt so viele Versuche (7/30).
Der erneut sehr stark spielende Camaron Tongue, der gegen Bayreuth 25 Punkte und in den ersten drei Vierteln dieser Partie 14 Punkte erzielt hatte, nahm sich Anfang des vierten Viertels selbst aus dem Spiel, indem er innerhalb nur einer Minute drei Fouls beging, inklusive eines Technischen.
Coach Dohrn sah sich gezwungen, bereits nach zweieinhalb gespielten Minuten seine letzte Auszeit zu nehmen, denn das Spiel drohte Koblenz nun endgültig zu entgleisen, bei einem Rückstand von erneut 14 Punkten. Es gelang den Baskets noch einmal, durch eine sehr aggressive Verteidigung und mehrere starke Offensivaktionen den Vorsprung einstellig zu stellen, doch behielt Nürnberg die Nerven und gewann letztlich hochverdient mit zehn Punkten Vorsprung, bei einem Endstand von 85:75.
„Wir haben es im ersten Viertel verpasst mitzuspielen und haben ganz schlecht verteidigt, vor allem in der Transition Defense. Das darf nicht passieren. Wir haben danach gekämpft, doch konnten wir den Rückstand nie drehen. Wir müssen daher anerkennen, dass Nürnberg klar verdient gewonnen hat.“, kommentierte Coach Dohrn die Niederlage seiner Mannschaft.
EPG Baskets Koblenz – Nürnberg Falcons 85:75 (48:41)
Viertelergebnisse: 30:16 I 18:25 I 18:14 I 19:18
Topscorer:
EPG Baskets Koblenz: Camaron Tongue (14), Chase Johnson (12), Jayden Williams (12), Tyren Moore (12)
Nürnberg Falcons: Nate Heise (21), Jarne Jürgens (14), Ty Allred (13), Dominik van Waaden (10), Nic Welp (10)
Nächstes Spiel: 04.10.2026, 17:00 Uhr: EPG Baskets Koblenz – Artland Dragons



