Drei ihrer ersten vier Spiele in der 2. Basketball Bundesliga haben die Männer um Coach Stephan Dohrn somit nun für sich entscheiden können. Die Begegnung in der gut 300 Kilometer entfernten Phoenix Contact Arena begann mit einer hochprozentigen Wurfausbeute auf beiden Seiten. Vier erfolgreiche Angriffe beider Teams hintereinander, gefolgt von einem Steal durch Dragos Diculescu und einem Fastbreak, der mit einem Dreipunktewurf von Cameron Tongue abgeschlossen wurde, zur ersten Führung für die Koblenzer bei einem Spielstand von 4:7. Dies sollte jedoch über lange Zeit die einzige Führung der Schängel bleiben. Es folgten zwei spektakuläre Dunkings des Paderborners Emmanuel Ugbo zur Führung der Gastgeber, der Koblenz bis sechs Minuten vor Schluss (73:73) mit einem zum Teil deutlichen Abstand von bis zu 14 Punkten hinterherlaufen sollte. Der Hauptgrund hierfür waren die Würfe jenseits der Dreipunktelinie. Während Koblenz etwa im ersten Viertel gerade mal einen aus zehn Versuchen traf, verwandelten die Gastgeber jeden zweiten Schuss. Am Ende des Spiels verbuchten die Gastgeber 14 Treffer bei 30 Versuchen. Einen herausragenden Abend erwischten die Paderborner Fugett mit fünf erfolgreichen Dreiern aus acht Versuchen, sowie Silic, Schlipf und Schultz, die jeweils drei von sechs trafen, trotz aggressiver Verteidigung der Koblenzer. „Wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit sehr schwergetan, offensiv zur Geltung zu kommen, das war nicht gut genug.“, so Dohrn nach dem Spiel. Dies gab Paderborn Selbstbewusstsein. Sie trafen aus allen Positionen, aus dem Zweipunktebereich bis zur Halbzeit gar hundertprozentig. Koblenz gab sich jedoch nicht auf und schaffte es, den Rückstand von 14 Punkten bis zur Halbzeit auf fünf Punkte zu reduzieren. Bei einem Spielstand von 43:38 trennten sich die beiden Teams in die Pause.
Paderborn startete zunächst deutlich besser in das dritte Viertel und konnte sich in den ersten Sekunden erneut auf zehn Punkte absetzen. Koblenz hielt dagegen, zeigte eine gute Moral und fand Schritt für Schritt zurück ins Spiel. Unter dem gegnerischen Korb dominierten sie bei den Rebounds und erarbeiteten sich damit immer wieder zweite Wurfchancen, die sie zu nutzen wussten. Drei Minuten vor Schluss des dritten Viertels ging ein Ruck durch die Mannschaft, eingeleitet durch mehrere spektakuläre Aktionen von Jannis Sonnefeld. Zunächst holte er einen Offensivrebound und verwandelte diesen direkt durch einen Dunking. Nur wenige Sekunden später dunkte er erneut und traf seinen Dreier, beide Male nach Assists von Dragos Diculescu, der kurz danach ebenfalls seinen Dreipunktewurf traf. Bei seinem letzten Ballvortag vor Ende des Viertels spielte Chase Johnson die Zeit fast komplett herunter, zog zum Korb, fand den freien Jonas Niedermanner, der in der letzten Sekunde mit ebenfalls drei Punkten auf einen Rückstand von nur noch einem Punkt verkürzen konnte. Beim Spielstand von 68:67 war die Partie nun wieder völlig offen. Im letzten Viertel war die Offensivleistung der EPG Baskets deutlich besser.Nachdem Paderborn erneut mit einem Dreier das Viertel eröffnete, zeigte Camaron Tongue erneut, wie wichtig der Bigman für Koblenz ist. Drei Angriffe in Folge verwandelte er sicher zum ersten Ausgleich sechs Minuten vor dem Ende der Begegnung. Wenige Sekunden später war es Dragos Diculescu, der den Schängeln die zweite Führung des Abends bescherte (73:75). Die Zuschauer erlebten jetzt eine echte Crunchtime, die zunächst mit einem Schock für die mitgereisten Koblenzer Fans begann, denn der Paderborner Christopher Schultz antwortete auf das Koblenzer Aufbäumen mit zwei erfolgreichen Dreiern in Folge (79:75), worauf Coach Dohrn mit einer Auszeit reagierte. Koblenz übte in der Verteidigung großen Druck auf die Gastgeber aus, die das Wurfglück verließ. Die Gäste hingegen kamen durch ihren Einsatz zu deutlich mehr Würfen und verwandelten in dieser Phase hochprozentig. 52 Sekunden vor Ende des Spiels wurde es nach einem erneuten drei Punkte Treffer von Jonil Fugett (86:88) und einem Turnover von Koblenz noch einmal ganz knapp. Paderborn vergab in letzter Sekunde jedoch die Möglichkeit zum Ausgleich und zur Verlängerung.
Stephan Dohrn weiß, wie knapp dieser Erfolg war und sprach dem gegnerischen Trainer Milos Stankovic seinen Respekt für eine starke Leistung aus, besonders in der Offensive. „Normalerweise kommst du nach so einem Rückstand nicht mehr zurück ins Spiel. Wir haben dann unsere Defensive umgestellt und uns Stück für Stück herangearbeitet. Respekt an meine Jungs, die toll gekämpft haben. Ich denke, es war ein unglaublich spannendes Basketballspiel. Am Ende haben wir einfach ein bisschen mehr Glück gehabt.“, ordnet Dohrn den Sieg ein.
Das nächste Spiel der EPG Baskets wird ebenfalls auswärts stattfinden. Am kommenden Freitag reisen die Schängel in das knapp 500 Kilometer entfernte Magdeburg, wo sie um 19:30 Uhr auf die SBB Baskets treffen, die derzeit mit einem Sieg und drei Niederlagen auf Tabellenplatz 12 rangieren. Koblenz befindet sich nach dem aktuellen Sieg und einer Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage auf Platz vier der Tabelle. Das nächste Heimspiel der EPG Baskets Koblenz findet am Montag, 26. Oktober um 19:30 Uhr in der heimischen EPG Arena statt. Die Tore öffnen für die Fans bereits um 18:00 Uhr.
Paderborn Baskets – EPG Baskets Koblenz 86:88 (43:38)
Viertelergebnisse: 23:15 I 20:23 I 25:29 I 18:21
Topscorer:
Paderborn Baskets: Jonil Fugett (20), Matej Silic (19), Emmanuel Ugbo (13), Nik Schlipf (11)
EPG Baskets Koblenz: Camaron Tongue (17), Ferenc Gille (13), Jayden Williams (11), Dragos Diculescu (11)
Nächstes Spiel: 16.10.2026, 19:30 Uhr: SBB Börde Baskets – EPG Baskets Koblenz
Nächstes Heimspiel: 26.10.2026, 19h30: EPG Baskets Koblenz – Gießen 46ers



