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Sensationssieg in Crailsheim! EPG Baskets Koblenz schlagen den Tabellenzweiten auswärts mit 76:78 (43:36)
Donnerstag, März 12

Fast alle Vorzeichen standen vor und während der Begegnung gegen einen Erfolg der Koblenzer. Allem voran zunächst der Gegner selbst, traf man doch in der Arena Hohenlohe am Mittwochabend vor gut 2300 Zuschauern auf das derzeit formstärkste Team der Liga, das die letzten elf Partien in Serie für sich entscheiden konnte und nur knapp hinter Phoenix Hagen den zweiten Platz der Barmer 2. Basketball Bundesliga ProA belegt. Zudem reisten die Baskets verletzungsgeschwächt nach Baden-Württemberg. Aleksa Kovačević kämpft derzeit mit einer Verletzung im Wadenmuskel und wird voraussichtlich die nächsten drei bis vier Wochen ausfallen. Hinzu war der Einsatz von Topscorer Calvin Wishart bis zum Spieltag fraglich. Der Guard leidet aktuell an Rückenproblemen und sollte im zweiten Viertel der Partie nach einem Zusammenprall mit Antonio Madlock für den Rest des Spiels ausfallen. Das gleiche Schicksal ereilte Timothy Smith, der sich im dritten Viertel durch einen Schlag auf den Kopf abseits des Balls verletzte und nicht mehr zurück ins Spiel kam.

Allerdings hatten die Skeptiker die Rechnung ohne den unbändigen Siegeswillen der Schängel gemacht, die stets füreinander einstanden, niemals aufgaben, bis zum Ende kämpften und in der letzten Sekunde den Sieg nach Koblenz holten.

Julian Larry eröffnete die Partie mit einem tiefen Dreier für Koblenz, gefolgt von einer ebenfalls starken Offensivaktion von Timothy Smith aus der Halbdistanz. Doch die Merlins hielten in Person von Maurice Stuckey zum 5:5 dagegen. Der weitere Verlauf des ersten Viertels war geprägt durch schnellen Offensivbasketball, gepaart mit einer aggressiven Verteidigung auf beiden Seiten. Keines der beiden Teams konnte sich nennenswert absetzen und so gingen die Merlins mit einer nur knappen Führung von zwei Punkten in die Viertelpause. Die Begegnung versprach bereits zu diesem Zeitpunkt ein bis zum Ende spannendes Duell zu werden.

Das zweite Viertel startete exakt, wie das erste geendet hatte mit sehr intensivem Basketball auf beiden Seiten. Die Gastgeber zogen hier zunächst den Kürzeren, da sie schnell in Foulprobleme gerieten. Bereits nach gut zwei gespielten Minuten erreichten sie die Grenze von fünf Mannschaftsfouls und ermöglichten es Koblenz somit bei jedem weiteren Foul an die Freiwurflinie zu gehen. Dies führte dazu, dass Koblenz wenige Minuten später den Spielstand auf 31:31 ausgleichen konnte. Allerdings taten sich die Schängel sehr schwer gegen das Pick and Roll zwischen Johnson und Ogunsipe. Die Gastgeber kamen auf diese Weise immer wieder zu leichten Punkten oder provozierten Fouls der Koblenzer, sodass das frühe Ungleichgewicht bei den Fouls schnell neutralisiert werden konnte. Doch die Baskets blieben dran. Man trennte sich schließlich mit einer Differenz von sieben Punkten bei einem Spielstand von 43:36 zur Halbzeitpause.

Beide Teams wiesen in der ersten Halbzeit schwache Quoten von der Dreipunkte Linie vor. Crailsheim war deutlich sicherer aus der Nah- und Mitteldistanz, insgesamt konnte man aber trotz des Rückstands von einer relativ ausgeglichen ersten Halbzeit sprechen und die Partie blieb unterhaltsam und spannend.

Das dritte Viertel startete und blieb auch im weiteren Verlauf sehr wild, mit wenigen Punkten. Auf Seiten der Koblenzer schlichten sich vermehrt Fehler ein, was dazu führte, dass Crailsheim zwischenzeitlich auf elf Punkte davonziehen konnte. Koblenz brauchte nun einen Spieler, der Verantwortung übernehmen und das Spiel an sich reißen sollte. Heißer Kandidat für diese Rolle war Kapitän Badu Buck, der nach einem Ballgewinn den Fast Break abrupt stoppte und den Ball selbstbewusst jenseits der Dreipunkte Linie versenkte. Daraufhin spielten sich die Baskets in einen kleinen Rausch. Niedermanner überzeugte mit einer spektakulären Offensivaktion zum 52:50, erfolgt durch einen Steal und zwei Punkte durch Badu Buck zum Ausgleich. In den letzten Minuten des dritten Viertel ging es weiter munter auf und ab, wobei Crailsheim die Nase vorn hatte und sich zum Ende des Viertels wieder mit fünf Punkten bei 60:55 absetzen konnte.

In das letzte Viertel startete Koblenz mit einem schnellen Dreier durch Sonnefeld und einem klaren Statement: Sie wollten mehr! Kurz darauf konnte Decorian Jeffries durch einen Alley-oop Pass von Badu Buck zum 60:60 ausgleichen. Das Spiel war nun wieder völlig offen, beide Mannschaften warfen sich auf jeden Ball. Wenige Minuten später sah es jedoch so aus, als würde das Spiel endgültig zugunsten der Hausherren kippen. Während sich Koblenz im Abschluss schwertat, verwandelte Crailsheim vier Angriffe in Folge zum 69:60. McCall hielt mit einem Dreier dagegen und Koblenz so im Spiel. Nun kippte das Spiel erneut. Koblenz gelang plötzlich mehrere Steals und schöne Anspiele, die zu Punkten führten, während Crailsheim leichte Möglichkeiten vergab. Die EPG Baskets waren drei Minuten vor Schluss wieder auf zwei Punkte dran, doch dann kippte es erneut in die andere Richtung. Nach einem unsportlichen Foul gepfiffen gegen Sonnefeld, verwandelten Freiwürfen und einem schnellen Folgedreier, lagen die Merlins erneut vorne. 100 Sekunden blieben zu spielen, neun Punkte betrug der Vorsprung.

Doch dann geschah das, warum die Fans diesen Sport so lieben: Nach zwei verwandelten Freiwürfen durch Devonte McCall presste Koblenz auf den Ballvortrag und zwang Crailsheim zu einem Fehlwurf, den sich Koblenz sicherte und im Konter durch Julian Larry zu zwei Koblenzer Punkten verwertete. Die EPG Baskets kämpften wie wild und zwangen die Merlins erneut zu einem Fehlwurf. Auf der Gegenseite konnte Jannis Sonnefeld nur durch ein Foul gestoppt werden und verwandelte beide Freiwürfe sicher. 41 Sekunden vor Abpfiff waren die Schängel somit wieder auf drei Punkte dran. Das Spiel war nun an Dramatik kaum mehr zu überbieten, denn nach der genommen Auszeit der Gastgeber stahl Larry den Ball der Crailsheimer und passte zum Koblenzer Kapitän Badu Buck, der den Ball butterweich aus der Distanz zum Ausgleich versenkte. Plötzlich stand es 24 Sekunden vor Schluss 76:76, Ballbesitz für die Merlins, die die Zeit zunächst runterspielten, um Koblenz nicht die Möglichkeit auf einen letzten Konter zu geben. Doch während der Crailsheimer Point Guard zu einem möglichen Spielgewinn zum Korb zog, beging der Crailsheimer Vincent Shahid beim Blocken ein Offensivfoul und lieferte Koblenz damit bei Gleichstand doch noch einen letzten Angriff, mit 7,9 Sekunden auf der Uhr.

Julian Larry behielt die Nerven, zog wie ein Wirbelwind über das gesamte Spielfeld eins gegen eins, stieg aus der Halbdistanz gegen seinen Gegenspieler hoch und verwandelte mit einem Buzzerbeater in der letzten Sekunde zum Sieg für die EPG Baskets Koblenz.

Trainer Stephan Dohrn zeigte sich nach der Partie glücklich: „Ich freue mich sehr über diesen Sieg, weil sich die Spieler das ganze Spiel über gegen Widrigkeiten gewehrt haben. Wir haben unsere beiden besten Offensivspieler verletzungsbedingt verloren und hatten Foulprobleme, doch wir haben trotzdem weitergespielt und das Spiel offen gehalten. Dann kann es natürlich in der Crunchtime in beide Richtungen gehen. Diesmal ging es glücklicherweise mal in unsere Richtung. Ich bin stolz auf die Spieler und darauf, welchen Einsatz sie gezeigt haben. Diese Leistung ist etwas Besonderes.“

HAKRO Merlins Crailsheim – EPG Baskets Koblenz 76:78 (43:36)

Viertelergebnisse: 23:21 | 20:15 | 17:19 | 16:23

Topscorer:

HAKRO Merlins Crailsheim: Brock Gardner (14), Marvin Ogunsipe (13), Tyreese Blunt (12)

EPG Baskets Koblenz: Badu Buck (14), Julian Larry (12), Devonte McCall (12), Jannis Sonnefeld (11)

Nächstes Spiel: 15.03.2026, 17:00 Uhr, Artland Dragons – EPG Baskets Koblenz

Nächstes Heimspiel: 23.03.2026, 19:30 Uhr, EPG Baskets Koblenz – Paderborn Baskets