Streng genommen ging das Spiel erst in den letzten 20 Sekunden verloren, war es doch durchgehend eine Partie auf Augenhöhe, bei dem sich keines der Teams in der gesamten Spielzeit mit mehr als sieben Punkten absetzen konnte. Tatsächlich führten die Schängel fast das gesamte zweite Viertel und über weite Strecken des dritten und vierten Viertels gegen die Gastgeber aus Quakenbrück.
Bei ihrer Reise in den hohen Norden nach Niedersachsen fehlten den Koblenzern weiterhin zwei ihrer Leistungsträger. Neben Alexa Kovačević, der auch noch die kommenden Begegnungen verletzungsbedingt fehlen wird, fiel erneut Dreierspezialist Timothy Smith aus, der bei der Partie gegen Köln einen Schlag durch einen gegnerischen Ellbogen ins Gesicht bekommen hatte.
Die Begegnung sollte von Beginn an eine packende und enge Partie werden. Für Quakenbrück ging es als Sechsplazierter darum, ihren Platz im Ranking der Play-off Mannschaften zu behaupten, während sich Underdog Koblenz, derzeit auf Platz zehn, in den verbleibenden acht Spielen bis zum Ende der Saison im oberen Mittelfeld etablieren will.
Julian Larry, Decorian Jeffries und Badu Buck legten mit viel Selbstbewusstsein los, boten den Dragons in den Anfangsminuten mit schönen Offensivaktionen Paroli und hielten das Spiel nach vier gespielten Minuten beim Stand von 8:9 ausgeglichen. Im weiteren Verlauf kam Quakenbrück jedoch besser in die Partie und konnte sich mit 19:14 leicht absetzen, worauf Coach Stephan Dohrn eine Auszeit nahm, die aber letztlich nichts an der Führung der Gastgeber änderte. Das erste Viertel ging mit 21:16 an die Dragons, was primär der Tatsache geschuldet war, dass Koblenz nur 13% (1 aus 6) jenseits der Dreipunktelinie verwandeln konnte und Quakenbrück den Koblenzer Topscorer Calvin Wishart in der Offensive gut im Griff hatte. Dieser konnte im ersten Viertel lediglich zwei verwandelte Freiwürfe zum Punktestand beisteuern.
Erneut war es Kapitän Badu Buck, der Anfang des zweiten Viertels offensiv aufblitzte. Gleich zwei Dreipunktewürfe streute er ein, zum 24:22. Kurz darauf zog Calvin Wishart in alter Manier zum Korb und zog das And One zur Führung der EPG Baskets. Ein Steal von Decorian Jeffries mit vollendetem Slam Dunk, sowie zwei Dreipunktewürfe von Marko Bacak und erneut DJ Jeffries bedeuteten eine zwischenzeitliche Führung von sechs Punkten für die Koblenzer. Aus der Ferndistanz waren die EPG Baskets nun deutlich effektiver als noch im ersten Viertel. Das Spiel entwickelte sich zu einer sehr kurzweiligen und anschaulichen Partie mit schönem Offensivbasketball, bei der Koblenz jedoch früh in Foulprobleme geriet. Kurz vor Ende der Halbzeit hatten mit Jonas Niedermanner und Jannis Sonnefeld gleich zwei große Spieler bereits drei Fouls.
Die letzten Sekunden der ersten wie der zweiten Halbzeit sollten für Koblenz dramatisch werden. In der ersten Halbzeit lagen die Baskets drei Punkte in Führung, als Calvin Wishart Timo Lanmüller beim Wurf aus der Distanz foulte und somit den Dragons die Möglichkeit gab, zur Halbzeit durch drei Freiwürfe auszugleichen. Der Drache verwandelte seine ersten beiden Versuche, vergab den dritten. Teamkollege Burnham konnte sich jedoch den Offensivrebound sichern und versenkte den Ball in letzter Sekunde, sodass die Dragons nach einem langen Rückstand doch noch mit einem Punkt Vorsprung in die Halbzeitpause gehen konnten, bei einem Spielstand von 49:48.
In die zweite Halbzeit starteten beide Seiten mit spektakulären Offensivaktionen. Punktete die eine Mannschaft, so antwortete die andere auf dem Fuße. Es blieb eine sehr enge Partie, die zunehmend wilder wurde. Dabei zeigte sich auf Koblenzer Seite, dass sonst eher unauffälligere Spieler in der Offensiv Verantwortung übernahmen und ihr Team nach vorne trugen, in Person von Badu Buck, Devonte McCall und Julian Larry.
Die Gastgeber verteidigten stark und zwangen Koblenz zunehmend zu schweren Würfen. Zudem dominierten sie bei den Rebounds, was zu einem erneuten Rückstand der Schängel führte. Der Quakenbrücker Amir Hinton fiel offensiv besonders auf, mit sechs verwandelten Dreiern aus sieben Versuchen, was ihm letztlich den Titel des Top Scores der Partie einbringen sollte, mit fantastischen 33 Punkten. Das dritte Viertel endete schließlich mit 75:70 für die Dragons.
Im letzten Viertel war beiden Mannschaften der Siegeswille deutlich anzusehen. Man kämpfte und warf sich auf jeden Ball. Bis zwei Minuten vor Schluss war alles ausgeglichen, als Go-to-Guy Calvin Wishart sein fünftes Foul beging, ein herber Verlust für die EPG Baskets. Beim Spielstand von 88:88 versenkte Benjamin Burnham einen wichtigen Hakenwurf zur Führung der Dragons, 42 Sekunden vor Abpfiff.
Im Gegenangriff wurde Decorian Jeffries gefoult, vergab jedoch beide Freiwürfe. Es folgte ein schnelles, taktisches Foul, was wiederum Quakenbrück an die Freiwurflinie führte. Amir Hinton behielt die Nerven und verwandelte seinerseits beide Versuche zum 92:88. Noch hätte Koblenz in den verbleibenden 20 Sekunden eine Chance gehabt, das Spiel zu wenden, doch nach der genommenen Auszeit beging Jonas Niedermanner einen technischen Fehler beim Einwurf, sodass den Gastgebern der Ballbesitz zugeschrieben wurde, worauf sich der gefrustete Niedermanner zu einem technischen Foul hinreißen ließ, was zu einem weiteren Freiwurf für die Dragons führte. Das Spiel ging schließlich mit 96:90 an die Gastgeber aus Niedersachsen.
Coach Stephan Dohrn im Interview nach der Partie: „Es war ein toughes Spiel. Ich bin erst einmal grundsätzlich sehr stolz auf meine Mannschaft, darauf, wie viel Energie sie reingesteckt und wie gut sie gespielt hat. Andererseits bin ich nicht damit zufrieden, wie wir am Ende unsere Emotionen nicht kontrollieren konnten. Wir haben zu viele emotionale Fehler gemacht. Da haben wir eine Chance weggeworfen. Am Ende hätte ich mir ein wenig mehr Smartheit erhofft.“
Die EPG Baskets Koblenz belegen nach dem 27. Spieltag der Barmer 2. Basketball Bundesliga ProA weiterhin den zehnten Platz.
Artland Dragons – EPG Baskets Koblenz 96:90 (49:48)
Viertelergebnisse: 21:16 | 28:32 | 26:22 | 21:20
Topscorer:
Artland Dragons: Amir Hinton (33), Benjamin Burnham (20), Connor Anthony (15), Linus Ruf (10)
EPG Baskets Koblenz: Decorian Jeffries (21), Calvin Wishart (16), Devonte McCall (13), Badu Buck (12), Marko Bacak (10)
Nächstes Spiel: 23.03.2026, 19:30 Uhr, EPG Baskets Koblenz – Paderborn Baskets


