Dem vorletzten Heimspiel der EPG Baskets in der regulären Saison der Barmer 2. Basketball Bundesliga ProA ging die Verabschiedung von Timothy Smith voraus. Der US-Forward hatte sich im Februar und März zwei Gehirnerschütterungen im Wettkampf zugezogen. Die Verletzung aus der Partie in Crailsheim war so gravierend, dass das betreuende Ärzteteam eine Fortsetzung des Spielbetriebs nicht verantworten konnte. Tim hat sich entschieden, vorzeitig in die Vereinigten Staaten zurück zukehren und die neurologische Nachsorge zuhause durchführen zu lassen. Der auch optisch noch sichtlich angeschlagene Smith wurde mit stehenden Ovationen der Fans
verabschiedet.
Die 1827 Zuschauer, die zu diesem wichtigen Spiel in die EPG Arena geströmt waren, erlebten von Anfang an eine sehr energiegeladene Partie, war dieses Spiel doch für beide Seiten von großer Wichtigkeit. Koblenz konnte sich mit einem Sieg frühzeitig den Verbleib in der ProA sichern, für Leverkusen bedeutet jeder Sieg in den verbleibenden vier Spielen der Saison ungleich mehr im Kampf gegen den Abstieg.
Den Schängeln gelang es in der Verteidigung sehr gut, das Anspiel auf den körperlich übermächtigen 216 cm großen Dennis Heinzmann zu unterbinden. Dem Hünen gelangen im ersten Viertel lediglich vier Punkte, nicht ein Offensivrebound wurde ihm gewährt. Aufgrund einer leicht besseren Wurfquote und deutlich weniger Ballverlusten konnten die Baskets das erste Viertel für sich entscheiden und mit 28:20 in Führung gehen. Im zweiten Viertel bauten die EPG Baskets die Führung erstmals zweistellig aus. Defensiv wie offensiv spielten die Koblenzer weiter stark auf, ließen den Ball gut laufen, fanden den freien Mitspieler und verwandelten ihre Würfe souverän. In Minute vier des zweiten Viertels schlug die Stunde des Jannis Sonnefeld. Nachdem Calvin Wishart seinen Dreier versenkt hatte, traf auch Sonnefeld jenseits der 6,75m Linie. Kurz darauf blockte er spektakulär den Dunking Versuch des Leverkuseners John Williams, sicherte einen Offensivrebound und konnte auf der Gegenseite nur durch ein Foul gestoppt werden. Die daraus resultierenden Freiwürfe verwandelte er ebenfalls sicher zum 40:25.
Allerdings ließ Williams dies nicht auf sich sitzen und konterte seinerseits mit zwei spektakulären Offensivaktionen. Sein Dreier und Slam Dunk in zwei aufeinander folgenden Angriffen brachte Leverkusen wieder auf zehn Punkte heran, worauf Koblenz mit einer Auszeit reagierte. Die Koblenzer verteidigten danach sehr engagiert. Gleich zwei Mal gelang es ihnen, Leverkusen zur Überschreitung der 24 Sekunden, die ihnen für einen Angriff zur Verfügung stehen zu zwingen und sich so den Ballbesitz zu sichern. Auch Heinzmann behielt man weiterhin gut im Griff. Beim Halbzeitstand von 55:40 kam der Center wieder auf lediglich vier Punkte und zwei Rebounds im zweiten Viertel.
Die Anfangsphase der zweiten Hälfte gehörte Badu Buck und Julian Larry, die Koblenz mit ihren starken Offensivaktionen weiter nach vorne brachten. Mitte des dritten Viertels erreichten die EPG Baskets ihre höchste Führung bei einem Spielstand von 72:53. Das Spiel schien vorentschieden, doch dann folgte etwas, dass Koblenz in der Vergangenheit bereits mehrfach Probleme bereitet hatte: Man vergab eine deutliche Führung leichtfertig. Leverkusen übte massiven Druck auf die Schängel aus, denen plötzlich nichts mehr gelingen wollte. Mit einem spektakulären 17:2 Run drehten die Gäste die Partie noch einmal völlig. Das dritte Viertel endete 74:70 mit einer nur noch marginalen Führung für Koblenz. Anfang des letzten Viertels zeigte Koblenz zunächst Nerven. Auf einen Airball von der Dreipunktelinie folgte ein erfolgreicher Dreier der Giants, auf einen geblockten Dreier der Koblenzer ein Fast Break mit Slam Dunk durch Lök Wur zur ersten Führung der Leverkusener überhaupt, bei einem Spielstand von 81:82. Die Giants wuchsen in dieser Phase über sich hinaus, angepeitscht durch die zahlreich mitgereisten Fans aus NRW. Es folgte ein offener Schlagabtausch in bester Crunch Time Manier. Ein erfolgreicher Dreier jagte den nächsten, das Ganze bei einem immens hohen Tempo. Die Zuschauer hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. 109 Sekunden vor Schluss stand es 92:91 und das Spiel auf Messers Schneide. Doch in dieser Phase dominierten wieder die Hausherren. Erst versenkte Aleksa Kovčević eiskalt einen Dreier, gefolgt von einem Steal der Koblenzer und einem langen Pass auf Decorian Jeffries zum 97:91. Nach der Leverkusener Auszeit konnte Jonas Niedermanner nachlegen und seinerseits einen Dreier zum 100:91 versenken. Nach erfolgreichen Freiwürfen auf beiden Seiten war es Devonte McCall, der die letzten Punkte des Spiels durch einen Dunking zum Sieg für Koblenz erzielte, bei einem finalen Punktestand von 103:94.
Für die EPG Baskets Koblenz ist somit das Saisonziel, der Klassenerhalt in der 2. Basketball Bundesliga ProA vorzeitig erreicht. Auf die Schängel warten noch drei Partien, zwei davon auswärts, allesamt gegen Gegner in unmittelbarer Schlagdistanz. Besonders freut sich die Mannschaft nun auf die Partie am 26. April in der heimischen EPG Arena, wo sie das letzte Spiel der regulären Saison gegen den BBC Bayreuth absolvieren wird.
Auf die Frage nach der theoretischen Möglichkeit einer Qualifikation für die Playoffs antwortete Trainer Stephan Dohrn auf der Pressekonferenz nüchtern: „Man darf sich nicht in die eigene Tasche lügen. Wir haben gerade zu Hause au dramatische Art und Weise viele Spiele aus der Hand gegeben. Wenn du diese Spiele aus der Hand gibst, solltest du nicht in Richtung Playoffs denken.“
EPG Baskets Koblenz – Bayer Giants Leverkusen 103:94 (55:40) Viertelergebnisse: 28:20 | 27:20 | 19:30 | 29:24
Topscorer:
EPG Baskets Koblenz: Calvin Wishart (19), Devonte McCall (19), Julian Larry (18), Badu Buck(13)
Bayer Giants Leverkusen: Lok Wur (26), John Williams (26), Dennis Heinzmann (20)
Nächstes Spiel: 18.04.2026, 19:30 Uhr, Tigers Tübingen – EPG Baskets Koblenz
Nächstes Heimspiel: 26.04.2026, 17:00 Uhr, EPG Baskets Koblenz – BBC Bayreut


